B1 · Anwenden · 7 Minuten
Dokument zuerst, Prozess danach: wie viel Modell braucht es?
Doppelt modellieren, ganz spartanisch oder erst einmal ausrollen? Ein Fall aus der Praxis.
Ein Fall aus der Praxis: Für einen Ablauf gibt es eine neue Arbeitsanweisung. Der erste Kunde will den Prozess so genau modellieren, dass jeder Satz aus dem Dokument noch einmal als Schritt auftaucht. Der zweite Kunde will so wenige Schritte wie möglich und hängt das Dokument einfach an. Die Empfehlung von Anfang an: Dokument sofort ausrollen, Prozess nachliefern. Denn die meisten lesen ohnehin nur das Dokument.
Der Prozesswurm rät zu drei Regeln:
Und damit „nachliefern“ nicht „nie“ heißt: Der Prozess bekommt schon beim Ausrollen des Dokuments einen festen Termin. Bis dahin sammelst du die Fragen, die zum Dokument kommen. Genau diese Fragen gehören später ins Modell.
- Erst wirken: Das Dokument geht sofort raus, denn es hilft vom ersten Tag an.
- Nie doppelt: Jeder Inhalt steht an genau einer Stelle. Der Prozess verweist auf das Dokument, statt es nachzuerzählen.
- Nur zeigen, was im Dokument fehlt: wer wann dran ist, was an wen übergeben und was entschieden wird. Ein neuer Schritt lohnt sich nur, wenn die Rolle wechselt, etwas übergeben oder etwas entschieden wird.
Beispiel aus dem Alltag
Für deinen Alltag
Nimm eine Anleitung oder Checkliste aus deinem Alltag. Streich alle Schritte, bei denen dieselbe Person einfach weitermacht. Übrig bleiben die Stellen, an denen jemand anderes übernimmt oder etwas entschieden wird. Das ist dein Prozess.
In der Lernwerkstatt lernen und 3 Fragen beantworten →